Luxusfonds. Das Fest geht weiter

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Luxusfonds haben sich im vergangenen Jahr als Trouvaillen erwiesen
 

Luxusfonds haben sich im vergangenen Jahr als Trouvaillen erwiesen. Und vier Fondsmanager sind überzeugt: Der Höhenflug ist noch nicht zu Ende. Ihre Einschätzungen zu Richemont, Swatch Group, LVMH und Co.

Bluevalor Equity Lifestyle Brand Fund «Von Rekord zu Rekord»

BILANZ: Geht die Uhrenkonjunktur weiter?

Claude Braginsky: Die Uhrenbranche eilt von Rekord zu Rekord, besonders der Luxusuhrenbereich. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen, auch weil ein rasch wachsender Kreis von neuen Reichen aus Russland und Asien Uhren des oberen Preissegments kauft. Die Luxusuhrenbranche befindet sich in einem nachhaltigen Konjunkturaufschwung.

Was treibt den Markt an?

Konsumenten wollen entweder Billigprodukte oder Luxusgüter. Schwierig hat es das mittlere Segment. Bei Gütern, die sich durch Marke, Aussehen und Individualität unterscheiden, ist Luxus gefragt.

Verhalten sich Uhrentitel wie klassische Luxustitel?

Luxusuhren sind speziell konjunkturresistent. Wie Autos werden sie überall und immer benötigt, sind deshalb auch stets sichtbar und stellen ein Statussymbol dar. Hinzu kommt, dass man ab 5000 Franken von einer Luxusuhr spricht ­ dies ist nicht unerschwinglich.

Wie stark ist der Uhrenanteil im Portfolio?

Gegenwärtig rund zehn Prozent.

Ihr Kommentar zu:

Bulgari

Ist in erster Linie als Schmuckhersteller bekannt. Dagegen verfügt die Marke über kein reiches Uhrenerbe ­ obschon Bulgari schon in den siebziger Jahren ihre erste Uhr herausgebracht hat.

Hermès

Hat wie Bulgari keine grosse Uhrentradition. Der Taschen-, Foulard- und Accessoire-Hersteller ist noch weniger lang in der Uhrenbranche tätig.

LVMH

Hat mit TAG Heuer eine starke Marke, die eng mit Sport zusammenhängt. Jetzt versucht der Mischkonzern, die Uhr näher an seine Schmuckaktivitäten heranzuführen. Dabei droht die klare Aussage von TAG Heuer verwässert zu werden.

Movado Group

Hat einen traditionsreichen Namen, der aber durch verschiedene Besitzerwechsel arg in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Ebel ist der einzige Lichtblick.

PPR

Hat mit Boucheron ein starkes Uhrenlabel mit einem Heritage, dazu wurde Gucci als Marke lanciert. Doch Gucci-Uhren sind eine Modeerscheinung und werden als Ergänzung zu den traditionellen Uhrenmarken gekauft.

Richemont

Hat ein starkes Uhrenportfolio und ist mit der Swatch Group und der nichtkotierten Rolex das Mass aller Dinge.

Swatch Group

Der grösste Uhrenkonzern der Welt. Vor allem der Luxusteil ist stark. Bei den Uhren des mittleren Segments hat die Gruppe mehr Mühe, sich zu positionieren.

Tiffany

Steht in erster Linie für Schmuck. Der Name strahlt auch auf den verwandten Bereich Uhren aus, aber es fehlt die Tradition in diesem Fach.

 

Clariden Leu Luxury Goods Equity Fund «Fundamental getrieben»

BILANZ: Geht die Uhrenkonjunktur weiter?

Scilla Huang Sun: Ja. Die starke Nachfrage nach Uhren ist nicht zyklisch bedingt, sondern fundamental getrieben.

Was treibt den Markt an?

Asien und die Schwellenländer sorgen für nachhaltige Dynamik. Eine Omega oder Rolex ist oft das erste westliche Luxusprodukt, das Chinesen oder Russen kaufen.

Verhalten sich Uhrentitel wie klassische Luxustitel?

Grundsätzlich ja, aber mit einer grösseren operationellen Hebelwirkung, bedingt durch die höheren Fixkosten.

Wie stark ist der Uhrenanteil im Portfolio?

Uhren- und Schmucktitel machen zirka 20 Prozent aus.

Ihr Kommentar zu:

Bulgari

Sehr innovativ und schnell agierend, Produktlancierungen sind daher mit gewissen Risiken verbunden. Die Firma wird auch dieses Jahr überdurchschnittliche Investitionsausgaben aufzeigen.

Hermès

Uhren sind nicht das Hauptgeschäft. Die Preispositionierung bei den Uhren ist klar tiefer als bei den bekannten Lederwaren.

LVMH

TAG Heuer ist die grösste und profitabelste Uhrenmarke im Konzern, aber andere Marken wie Zenith haben Potenzial.

Movado Group

Vor allem in den USA stark. Dort hat sie ein gutes Distributionsnetz.

PPR

Viel bescheidener im Uhrengeschäft als LVMH oder Hermès. Die Gucci-Uhren sind eher als Ergänzung zu sehen.

Richemont

Neben Swatch die zweite grosse kotierte Uhren- und Schmuckfirma. Besitzt Topmarken im Uhren- und Schmuckbereich. Kronjuwel ist eindeutig Cartier.

Swatch Group

Das grösste Uhrenunternehmen weltweit. Swatch ist vertikal integriert, Kronjuwel ist Omega. Die Marke hat in China viel Potenzial. Die Zahlen für 2006 waren sehr gut und lagen über den Erwartungen.

Tiffany

In erster Linie eine Schmuckmarke. Das Geschäft in den USA läuft nach wie vor gut. Problemkind bleibt Japan.

 

Pictet PF Premium Brands «Schmuckuhren stark gefragt»

BILANZ: Geht die Uhrenkonjunktur weiter?

Caroline Reyl: Die Uhrenindustrie wuchs 2006 zweistellig und könnte im laufenden Jahr ähnlich stark wachsen. Die Kunden aus Asien und Russland sorgen mit ihrer wachsenden Kaufkraft für Nachfrage.

Was treibt den Markt an?

Neben den mechanischen sind vor allem Schmuckuhren stark gefragt, mit mehr und mehr Diamanten.

Verhalten sich Uhrentitel wie klassische Luxustitel?

Die wichtigsten Uhrentitel sind Swatch und Richemont. Beide folgen den Luxustiteln. Sie profitieren von der hohen Konsumnachfrage.

Wie stark ist der Uhrenanteil im Portfolio?

Sieben Prozent (Swatch und Richemont).

Ihr Kommentar zu:

Bulgari

Noch jung im Uhrengeschäft, aber sehr erfolgreich. Ihre Uhren stehen mehr für Schmuck, Stil und Eleganz als für Tradition.

Hermès

Die Uhren sind nur ein kleiner Teil des Geschäfts. Aber der könnte wichtiger werden.

LVMH

Hat nur wenige Uhrenmarken ­ im Grunde nur TAG Heuer. Diese ist ein echter Erfolg mit ihrer Positionierung im Luxus-Sportsegment.

Movado Group

Ist eine klassische Marke mit einem schönen Wachstum in Asien.

PPR

Gucci ist klar die Leadmarke bei PPR. Gucci diversifiziert in Schmuck und Uhren, bleibt allerdings mehr der Mode als der uhrmacherischen Substanz verhaftet.

Richemont

Richemont ist ein Muss in der Haute Horlogerie. Verfügt über eine schöne Palette an Marken, von denen jede eine starke Tradition hat.

Swatch Group

Ist neben Richemont der andere Gigant in der Uhrmacherei. Das Markenalbum ist jedoch viel heterogener. Omega hat sich erfolgreich im Luxus positioniert.

Tiffany

In der Uhrmacherei kaum existent.

 

 

Credit Suisse Equity Fund (Lux) Global Prestige «9 bis 10 Prozent Wachstum»

BILANZ: Geht die Uhrenkonjunktur weiter?

Marjorie Sonigo: Typisch für die Uhrenbranche sind eine starke Konkurrenz mit einer differenzierten Positionierung der Mitspieler, eine grosse Preisspanne, ein hoher Innovationsrhythmus (10 bis 20 Prozent vom Umsatz) und ein Netz von unabhängigen Händlern. Das langfristige Wachstum für Uhren und Schmuck liegt bei 4 bis 6 Prozent, und die Margen reichen von 10 bis 30 Prozent. Für 2007 erwarten wir ein Wachstum von 9 bis 10 Prozent, stark getrieben vom Spitzensegment.

Was treibt den Markt an?

Die Nachfrage kommt sehr stark von den aufstrebenden Märkten wie China. Weiter treiben die Entwicklung neuer Produkte und das Segment der Damenuhren, besonders der Schmuckuhren. Insgesamt profitiert die Branche von der guten Konjunktur.

Verhalten sich Uhrentitel wie klassische Luxustitel?

Das Geschäft mit Uhren ist zyklischer als bei anderen Luxusprodukten wie beispielsweise der Maroquinerie. In Wachstumsphasen ist es sehr rentabel, aber eine Rezession schlägt stärker durch.

Wie stark ist der Uhrenanteil im Portfolio?

Per 31. Januar waren es rund 17 Prozent.

Ihr Kommentar zu:

Bulgari

Aggressive Investitionsstrategie durch die Ausweitung des Boutiquennetzes auf 300 Geschäfte bis 2009. Neue Modelle. Mit 12 Prozent vom Umsatz ein hohes Werbebudget. Setzt stark auf Asien ­ mit Ausnahme von Japan ­ und besonders auf China, aber auch auf die Vereinigten Staaten.

Hermès, LVMH, PPR

Verstärken mehr und mehr den Bereich Uhren und Schmuck, der bisher nur ein Randgeschäft war, um von dem anhaltenden Wachstum in diesem Sektor zu profitieren. Könnte sein, dass sie das Wachstum durch Zukäufe suchen.

Richemont

Gehört zu den Bestpositionierten im Uhrengeschäft. Wichtigster Umsatzträger bleibt Cartier (rund 50 Prozent). Das Wachstum der unter den «Specialist Watchmakers» zusammengefassten Marken (26 Prozent vom Gesamtumsatz) wird gestützt von der Internationalisierung, neuen Modellen und Marketingefforts. Die bis 2009 erwartete Marge von 20 Prozent wird nach oben korrigiert dank dem margenstarken Schmuckgeschäft bei Cartier, dank der verbesserten Logistik bei den Uhren und dem Potenzial bei Montblanc.

Swatch Group

Blickt auf ein exzellentes Jahr zurück (Umsatz über fünf Milliarden Euro) dank starker Nachfrage bei den Spitzenmarken. Die Aussichten für 2007 bleiben vielversprechend. Die Marge in der Haute Horlogerie dürfte sich weiter steigern, wenn auch nicht mehr in dem Masse wie 2006.

Tiffany

Ansprechendes Weihnachtsgeschäft. Die Gruppe will 2007 den Umsatz zweistellig und den Nettogewinn pro Aktie um 13 bis 15 Prozent steigern. Tiffany baut ihr internationales Netz aus, vergrössert die Verkaufsfläche um fünf Prozent und lanciert laufend neue Produkte.


Bilanz / www.bilanz.ch

 

 

Les horlogers suisses font-ils peur aux fonds d'investissement? 

Actifs tous azimuts, les fonds n'ont pas fait main basse sur le secteur.

Il y a eu Reuge, spécialiste des boîtes musicales, qui s'est vendu à un fonds d'investissement. Ensuite, Villemont a ouvert en partie son capital-actions. Mais, hormis ces deux exemples, l'horlogerie suisse échappe encore largement au raz-de-marée des fonds d'investissement.

Alors que des sociétés comme Cerberus, Blackstone, Centerbridge Partners ou encore Kohlberg Kravis Roberts (KKR) rachètent des entreprises à tour de bras, à gros renforts de milliards de dollars et de plus-values alléchantes pour les actionnaires, pourquoi ce phénomène n'a-t-il pas encore atteint l'horlogerie suisse? «Pourtant l'intérêt des fonds est énorme», estime Claudia Lenz, analyste auprès de Vontobel.

Pour Jean-Daniel Pasche, président de la Fédération horlogère suisse, cette absence s'explique avant tout par la mentalité des horlogers suisses. A savoir une farouche volonté d'indépendance pour ces sociétés souvent en mains familiales. Un avis partagé par Olivier Müller, patron de Villemont Group. Des raisons structurelles en sont aussi à l'origine. «Les grandes marques horlogères n'ont pas besoin de fonds étrangers pour financer leur développement. Les autres s'avèrent trop petites pour susciter de l'intérêt», explique-t-il. Il est vrai qu'à Londres, capitale européenne du private equity, on considère qu'en dessous de 25 millions de francs de chiffre d'affaires le jeu n'en vaut pas la chandelle.

Pour de plus petites entités, ces fonds constitueraient toutefois une opportunité, une véritable rampe de lancement. Idem pour le florilège de nouvelles marques qui se sont lancées ces dernières années. «Les spécialistes qui ont les compétences nécessaires pour analyser correctement un horloger ne sont pas légion», explique un consultant genevois. Il faut pouvoir percevoir le potentiel de l'horloger au-delà de son bilan financier. Le spécialiste donne l'exemple de Montres F.P. Journe. «Peu de sociétés de private equity, si elles avaient été sollicitées, auraient investi dans cet horloger genevois. Aujourd'hui, c'est pourtant une société florissante.» Pour un observateur horloger asiatique, les mésaventures d'Investcorp avec Breguet, Ebel ou Chaumet, ont laissé des traces. «C'était trop tôt.»

«Des contacts et des dossiers circulent auprès de certaines banques», révèle pour sa part un horloger, consultant pour des établissements financiers. Rien n'a pour l'heure abouti, mais le spécialiste rappelle que tout n'est finalement qu'une question de prix.

A sa manière et avec ses moyens, Valley Road Capital essaie, en Suisse romande, de se positionner un peu comme la référence en la matière. Une autre société de ce type serait en voie de création à Genève. Mais il ne faut pas s'attendre à un raz-de-marée. «Les horlogers sont des gens discrets. Ils ne vont pas octroyer facilement un droit de regard étranger sur leur société», renchérit Jean-Daniel Pasche. Sans parler des exigences très élevées de rentabilité que posent les fonds d'investissement. Un horloger vilipende aussi la vision à court terme de ces entités. «Nous sommes là pour durer, avec un actionnariat stable. Nous ne voulons pas être rachetés ou mis en Bourse dans cinq ans.»

Mais qu'en sera-t-il à plus long terme, notamment lors d'un renversement conjoncturel? La situation risque de changer, anticipe Claudia Lenz. A Baselworld et au Salon international de la haute horlogerie de Genève, les travées ne bruissent en tout cas d'aucune rumeur liée à l'arrivée d'un fonds d'investissement. Mais les horlogers, c'est connu, cultivent la discrétion.

 

Le Temps / Bastien Buss / 19 avril 2007/ www.letemps.ch

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