BMW zeigen, was Luxus ist

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Luigi Macaluso, der Patron der Girard-Perregaux, hat mehr Blut im Benzin als mancher Chef in der Autoindustrie

Luigi Macaluso, der Patron der Schweizer Uhrenmarke Girard-Perregaux, hat mehr Blut im Benzin als mancher Chef in der Autoindustrie. Kein Wunder, hat sich der ehemalige Rally-Fahrer nun des motorisierten Luxus angenommen, genauer gesagt einer BMW-Limousine der 7er- Klasse. «Das Äussere des Wagens und die Leistung sind heute nahezu perfekt», so Macaluso. Meistens sieht man ein Auto jedoch von innen. «Doch das Interieur ist der Schwachpunkt, da mangelt es oft an Kreativität.» Es sei wie bei einem Haus, meint der gelernte Architekt Macaluso: «Was nützt eine schöne Hülle, wenn sie keine kohärente Inneneinrichtung besitzt?»

Die 7er-Limousine von BMW ist im Prinzip zwar ein Auto, das schon ab Werk luxuriös ausgestattet ist. Aber eben nicht so, wie sich das der Purist Macaluso vorstellt. Und er ist nicht der Einzige. Ein Freund von ihm verabscheut zum Beispiel jegliche Holzapplikationen in den heutigen Autos, weil sie unter dem dicken, glänzenden Lack absolut künstlich und kitschig aussehen. Er zieht pures Blech vor. «Mein Sattler hat mich bei der Restauration meines Oldtimers darüber aufgeklärt, dass das heutige Leder in den Autos leider nur noch der Spur nach ein Naturprodukt ist: Die Oberfläche wird in vielen Arbeitsschritten künstlich homogenisiert und danach lackiert, damit das Leder länger haltbar bleibt. Atmungsaktiv ist das Material danach nicht mehr», klagt Macaluso. Unverfälschtes Leder und Holzfurnier finde man allenfalls noch in einem klassischen Jaguar Mark II aus den sechziger Jahren.

Also setzte sich Luigi Macaluso mit den Ingenieuren von BMW Individual zusammen, der Abteilung, die in München für Spezialanfertigungen zuständig ist. Und liess einen Girard- Perregaux-BMW bauen, dessen Interieur aus den gleichen Materialien gestaltet ist wie das kleine, feine Verkaufsgeschäft der Uhrenmarke in Gstaad: Wengéholz an den Wänden, Schaukästen aus Titan, natürliches Leder auf den Fauteuils und Türgriffe aus Horn. Gestaltet wurde die Boutique von Roberto Baciocchi, der auch für die Modemarke Prada rund um die Welt Ladengeschäfte entworfen hat. Girard-Perregaux - die Marke wurde bereits 1791 gegründet - will im Verlauf der nächsten Jahre bis zu fünfzehn weitere Boutiquen in aller Welt eröffnen.

Der BMW von Girard-Perregaux hingegen bleibt vorläufig ein Einzelstück, von dem man träumen darf. Die Münchner haben vier unabhängig voneinander arbeitende Monitore in das Auto gepackt, inklusive DVD, Computer- und Internet-Zugang. Girard-Perregaux ist seit dem Sponsoring des BMW-Oracle-Segelteams am America's Cup mit dem deutschen Autobauer verbunden. «Wir sind beide unabhängige Manufakturen und verfolgen eine ähnliche Philosophie - wenn auch in anderen Dimensionen», so Luigi Macaluso.

NZZ am Sonntag / (dah.) / http://verlag.nzz.ch/ger/werbung/nzzamsonntag/index.html

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