Ce qu'on attend d'une montre Suisse

2 minutes read
Hohe Qualität, Schönheit, Innovationskraft und Echtheit

Die heutige «Swiss made»-Regelung datiert von 1971 › damals war diese Verordnung absolut genügend. Heute jedoch entspricht sie den Erwartungen und Anforderungen nicht mehr, sondern führt vielmehr zu Missbräuchen. Es gibt unzählige Trittbrettfahrer des «Swiss made». Doch gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, über ein «Swiss made» zu verfügen, das den hohen Käufererwartungen in aller Welt entspricht. Die Schweizer Uhrenindustrie ist heute dank ihrem weltweit unvergleichlichen Ruf und ihrer positiven Botschaft nach aussen zu einer Art Eldorado des 21. Jahrhunderts geworden. «Go west, my son», hiess das Leitmotiv jener Amerikaner, die ihr Glück und schnellen Reichtum im Goldrush des 19. Jahrhunderts suchten. Heute könnte man sagen: «Go watch, my son.» Alle Welt will eine «Swiss made watch» machen › wenn auch oftmals weder ein Bezug zu «watch» noch zu «Swiss» existiert.

In der Tat legen viele US-Beratungsfirmen ihren Kunden die Uhrenindustrie als Diversifikation und Zielstrategie ans Herz. Der Kunde mag irgendeine Marke besitzen, sei es nun für Damenunterwäsche, Herrenkleidung, Schreibwaren oder ähnliche Konsumgüter: Jedem wird wärmstens empfohlen, unter seinem Markennamen Schweizer Uhren zu verkaufen › mit dem Hinweis, dass er damit schnell viel Geld verdienen kann.

Mit der Schweizer Uhr verbindet man nebst vielen anderen positiven Eigenschaften Ansehen, hohe Qualität, Schönheit, Innovationskraft und Echtheit. Diese Attribute reflektieren die Mentalität, die Geisteshaltung und die Arbeitsphilosophie der Schweizer. Wir alle haben mit Innovation, mit solider Arbeit, sehr viel Kreativität und bisweilen Genialität diesen Ruf aufgebaut. Der Käufer erwartet natürlich von einer Schweizer Uhr, dass sie alle diese Eigenschaften widerspiegelt. Glaubwürdigkeit nennt man das Ganze. «Swiss made» ist ein Symbol für höchste Qualität und Authentizität.

Es ist deshalb sinnvoll und notwendig, zusätzlich Erfordernisse vorzusehen, die die heutige Situation verbessern. Vor allem im Bereich der Gehäuse- und Zifferblattherstellung des mittleren Preissegments müssen Anstrengungen unternommen werden, damit eine ausreichende Anzahl Schweizer Kompetenzen rechtzeitig zur Verfügung steht. Dazu sind sicherlich Technologieschritte notwendig, ebenso wie wichtige Investitionen im Ablauf- und Produktionsprozess. Die Swatch Group mit ihren rund 160 Fabriken in der Schweiz beweist, dass es möglich ist, so etwas rasch umzusetzen.

Die heutigen «Swiss made»-Vorschriften basieren auf zwei Stufen: dem Werk und der Fertiguhr. Die Fédération de l'Horlogerie wird ihrer Generalversammlung einen Entwurf vorlegen, der sich ebenfalls auf diese zwei Stufen gründet, jedoch soll zum Beispiel der Schwellenwert bei der Schweizer Wertschöpfung bei Werken erhöht und für mechanische oder Quarzuhren unterschiedlich gestaltet werden. Ausserdem sollten gewisse Entwicklungsschritte wie Konstruktion und Prototypenfertigung ebenfalls in der Schweiz erfolgen. Damit würden grössere und wichtige Wertschöpfungsanteile in der Schweiz erzielt.

Es scheint mir aber vor allem wichtig, dass sich die grössten verantwortungsvollen Schweizer Uhrenhersteller, nebst Swatch Group, Richemont und Rolex auch viele andere, rasch über die anstehenden elementaren Verbesserungsarbeiten einig waren. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass unser Werkplatz in der Lage ist, solches zu meistern. Ein schwaches, von jedem unqualifiziert einsetzbares «Swiss made» nützt niemandem und wird unweigerlich dazu führen, dass die authentischen Hersteller völlig darauf verzichten und sich auf ein «Made by XY» beschränken. Das wäre bedauerlich › nicht nur für die Uhrenindustrie, sondern für die ganze Schweiz.


Aargauer Zeitung / Nicolas G. Hayek (Uhrenpatron. Mitbegründer, Chairman und Delegierter des Verwaltungsrates der Swatch Group in Biel ) / www.aargauerzeitung.ch

Marque