Aus der ersten Limousine stieg ein Schweizer - TV-Moderator Kurt Aeschbacher. Rechtzeitig zum Fest hatte er sich von den Folgen seines kürzlich erlittenen Hörsturzes erholt. Nach Aeschbi schritten Skilegende Alberto Tomba, Balladensänger Ronan Keating, Schauspieler Ralph Möller und der frisch erblondete Boris Becker über den roten Teppich. Das ehemalige Sportass musste für die deutschen Fotografen alle möglichen und unmöglichen Posen einnehmen - Verrenkungen, wie er sie früher auf dem Tennisplatz vorführte.
Uhrenhersteller IWC brillierte an seiner «Serata di Leonardo»-Gala anlässlich des «Salon de haute horlogerie» mit einer Gästeliste, wie sie in der Schweiz sehr selten ist. Und das Beste: Alle Promis kamen! So zahlreich, dass Security-Chef Tom beim Briefing eine Drohung aussprechen musste: «Wer die Prominenten ohne unser Okay fotografiert, wird verhaftet.» Glücklicherweise kam es während des Abends nicht so weit.
Fussball-Superstar und WM-Kopfstösser Zinédine Zidane zeigte am Dienstagabend in Genf für einmal seine zahme Seite: Er erschien Händchen haltend und im Satin-Partnerlook gekleidet mit Frau Véronique - einer ehemaligen Tänzerin. Der Franzose bedankte sich auch gleich bei IWC-Chef und Gastgeber Georges Kern für die Uhr, die er geschenkt bekommen hatte. Dieser revanchierte sich später in seiner Rede mit einem überschwänglichen «Zinédine, du bist mein Held».
Sowieso - an diesem Abend gab es nur fröhliche Gesichter und gute Laune. Dem französischen Schauspieler Jean Reno nahm man sein Glücklichsein am meisten ab, ist er doch erst seit Ende Juli vergangenen Jahres mit Model Zofia Borucka verheiratet - der schönsten Frau am Gala-Abend. Sie liess sich entlocken, dass sie ihren Mann zwar wenig sehe, weil er auf der ganzen Welt drehe. Trotzdem sei sie zufrieden mit ihm.
Konkurrenz machten der schönen Zofia drei Blondinen: Schauspielerin Cate Blanchett - nobel blasser Teint und weisses Kleid -, Ex-Miss-Schweiz Fiona Hefti mit auffälligen, blauen Schuhen und Katja Stauber - in Gold. Oscar-Preisträger Kevin Spacey, very very VIP des Abends, kam durch die Hintertür. «Für ihn ist dies keine PR-Veranstaltung», hatte Security-Mann Tom zu Beginn betont. Dafür kamen die 1400 Gäste in den Genuss eines 15-minütigen Theaterstücks, das der Schauspieler speziell für den Abend kreiert hatte. Es hiess «Leo und Lisa» und drehte sich um die Frage des unergründlichen Lächelns von Mona Lisa auf dem weltberühmten Gemälde von Leonardo Da Vinci.
Der Star der Serata war indes die neue «Da Vinci» von IWC, sie war an den Handgelenken der Prominenten und in Glasvitrinen zu bewundern. Nach dem Theaterstück feierten die Stars und Sternchen abgeschottet hinter einer roten Kordel ihre Privatparty. Den anderen stand ein Buffet mit warmen und kalten Leckereien zur Verfügung. Getrunken wurden über 600 Flaschen Champagner. Die letzten Gäste gingen um ein Uhr.
Wie viel sich IWC den Anlass kosten liess, ist nicht bekannt. Da- für aber, dass die Uhren weggehen wie warme Weggli. Georges Kern: «Wir sind auf Monate hinaus ausverkauft. Trotz Preisen bis zu 600 000 Franken pro Uhr.»
Von Barbara Ryter / SonntagsZeitung / www.sonntagszeitung.ch