Da kamen zwei Uhrmacher – einer aus dem Elsass, der andere aus England – in die Schweiz und lernen sich 1992 beim Werkhersteller Renaud & Papi (Audemars Piguet) kennen: Der Elsässer Robert Greubel als Co-Generaldirektor und Teilhaber, der Engländer als Konstrukteur für Komplikationsmechanismen.
STECKBRIEFNamen: Robert Greubel/Stephen Forsey
Geboren: 19. Januar 1960 im Elsass/22. März 1967 in St.-Albans GB
Ausbildung: Uhrmacherlehre in Frankreich mit Fähigkeitsausweis CAP, Diplom in Komplikationen an der Uhrmacherschule in Dreux/Uhrmacherausbildung in England, Weiterbildung zum Restaurateur bei Asprey in London
Familie: verheiratet, eine Tochter/verheiratet, eine Tochter und ein Sohn
Unternehmen: Mitinhaber CompliTime SA und Greubel Forsey SA, La Chaux-de-Fonds
Kontakt: www.greubelforsey.com, www.complitime.ch
Da kamen zwei Uhrmacher – einer aus dem Elsass, der andere aus England – in die Schweiz und lernen sich 1992 beim Werkhersteller Renaud & Papi (Audemars Piguet) kennen: Der Elsässer Robert Greubel als Co-Generaldirektor und Teilhaber, der Engländer als Konstrukteur für Komplikationsmechanismen. In ihrer Freizeit ergründen sie die grossen Komplikationen früher mechanischer Zeitepochen und beginnen an ihrer eigenen Konzeptstrategie zu arbeiten. Vom Wunsch der Selbständigkeit getrieben, gründen sie 2000 die CompliTime SA in La Chaux-de-Fonds, die sich der Entwicklung von Uhrwerken mit Komplikationen verschreibt. Da ihre geschäftliche Partnerschaft funktioniert, setzen sie neben den Fremdaufträgen fürs tägliche Brot ihre eigene Forschungs- und Entwicklungsarbeit fort mit dem festen Willen, in der mechanischen Uhrmacherei echte Innovationen zu schaffen.Auf Breguets Spuren Einquartiert in der „Alten Manege“ unweit vom Bahnhof, passt ihre Uhrmacher-Handwerkskunst ideal ins geschichtsträchtige, unter Denkmalschutz stehende Bauwerk. Als in den letzten Jahren die Haute Horlogerie das von Abraham Breguet um 1800 erfundene Tourbillon als Königsdisziplin mechanischer Uhrmacherei wieder entdeckt, wundern sich Greubel und Forsey, weshalb sich niemand die Mühe nimmt, das Breguet-Tourbillon, das in senkrecht getragenen Taschenuhren für eine bessere Ganggenauigkeit sorgte, zu hinterfragen und für Armbanduhren neu zu erfinden. So beginnen die beiden Ausnahmetalente mit dem nötigen Respekt vor dessen Erfinder eine Tourbillon-Neukonstruktion für Armbanduhren zu entwickeln. 2004 ist es soweit: Sie gründen ihre eigene Marke „Greubel Forsey“ und eine gleichnamige Aktiengesellschaft und präsentieren auf der Basler Messe ihr Double Tourbillon 30°, benannt nach dem Winkel, indem die beiden Drehkäfige zueinander stehen. Der kleine, um 30 Grad abgewinkelte Käfig birgt das Unruhsystem in sich. Die Neigung seiner Rotationsebene in Verbindung mit den unterschiedlichen Drehgeschwindigkeiten der beiden Käfige sorgt dafür, dass die Unruh-Spiralfeder ständig in allen Ebenen schwingt und so die Kompensation der Gangabweichungen permanent in allen Positionen erfolgt, nicht nur senkrecht. Inzwischen ist die Erfindung in Gold und Platin kommerzialisiert; auch eine diskret geschlossene Variante wurde als Double Tourbillon 30° Secret lanciert. Im vergangenen Jahr kam das Tourbillon 24 Sec Incliné – ein um 25° geneigter Tourbillonkäfig mit einer Umdrehung von 24 Sekunden. Eingeschalt in einem Weissgoldgehäuse mit seitlich visuellem Zugang wurde dieses Tourbillonmodell im November 2007 mit dem Spezialpreis der Jury als Uhr des Jahres von „Montres Passion“ ausgezeichnet. Noch einen Schritt weiter geht das exzentrisch angeordnete Double Tourbillon 30° mit sektorieller Stunden- und Minutenanzeige, genannt ‚Invention Pièce 1'. Es ist eine Hommage an die erste Erfindung von Greubel Forsey und zugleich eine Horizonterweiterung. Während der äussere Drehkäfig 4 Minuten für seine Umdrehung braucht und der innere 60 Minuten, drehen sich die doppelten Zeiger einmal in 24 Stunden bei der Stundenanzeige (rot) und einmal in 2 Stunden bei der Minutenanzeige (blau). Nur gerade drei Serien zu je 11 Stück (1+1 für Greubel+Forsey) werden angefertigt.Fühlen sich wohl in der Nische Eine weitere Variante für höchste Ganggenauigkeit ist seit 2005 in Entwicklung: das Quadruple Tourbillon à Différentiel Sphérique. Die Erfindung besteht darin, vier Turbillonkäfige in einem System mit zwei solidarischen Regulierungsorganen zu verwirklichen. Die Geduld all jener, die diese Entwicklung interessiert verfolgen, dürfte auf der BaselWorld 2008 (Halle 5.1. E03) belohnt werden. Inzwischen sind Greubel Forsey und CompliTime auf 37 Fachkräfte gewachsen: „Wir haben eine ‚outstanding' junge Mannschaft; wir verlangen viel, aber auch von uns selbst, weshalb wir mit höchstens 150 Uhren im Jahr nur eine kleine Nische füllen können,“ sagt Stephen Forsey.
Sarah Rieder - Handelszeitung
Geboren: 19. Januar 1960 im Elsass/22. März 1967 in St.-Albans GB
Ausbildung: Uhrmacherlehre in Frankreich mit Fähigkeitsausweis CAP, Diplom in Komplikationen an der Uhrmacherschule in Dreux/Uhrmacherausbildung in England, Weiterbildung zum Restaurateur bei Asprey in London
Familie: verheiratet, eine Tochter/verheiratet, eine Tochter und ein Sohn
Unternehmen: Mitinhaber CompliTime SA und Greubel Forsey SA, La Chaux-de-Fonds
Kontakt: www.greubelforsey.com, www.complitime.ch
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